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8 Dinge, die dir der RTL-Bachelor über Marketing beibringen kann

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Irgendwann am Anfang dieses Jahres besuchte ich eine Freundin von mir. Wir tranken Wein, aßen Maultaschen-Auflauf (in genau der Reihenfolge) und zappten irgendwann lallend und kichernd durch das Fernsehprogramm.

Wir blieben bei RTL hängen und dort lief der Bachelor.
Da ich Zuhause RTL boykottiere und die RTL-Sendungen lediglich vom Hörensagen kenne, war das eine willkommene Abwechslung für mich.

Mit zunehmend lähmender Faszination starrte ich auf die Teilnehmer der Sendung. Am Ende war ich so nüchtern, wie man nüchtern sein kann.

Aber ich habe viel gelernt.
Über das Leben.
Und über Marketing.

Hier kommen meine Erkenntnisse für dich:

1. Der erste Eindruck zählt

Nun gut, diese Erkenntnis ist nicht bahnbrechend, nicht neu und nicht life-changing.

Aber: Der erste Eindruck zählt. Immer.

Das gilt nicht nur für zwischenmenschliche Beziehungen, sondern auch für alle unsere Marketingaktivitäten.

Wir buhlen um die Aufmerksamkeit unserer Zielgruppe, nur um die begehrte Rose zu erhalten.
Um wiederkommen zu dürfen. Um eine zweite Chance zu bekommen, diesen ersten guten Eindruck zu vertiefen.
Und um am Ende den begehrten Kuss (oder Auftrag) zu bekommen.

In dem Buch „Blink. Die Macht des Moments“ von Malcolm Gladwell (Partnerlink) geht es um die Macht genau dieses ersten Moments einer Begegnung.

Sorge dafür, dass der erste Eindruck, den du bei deiner Zielgruppe hinterlässt, ein guter Eindruck ist.

Welche Werte vertritt dein Unternehmen, deine Marke, dein Produkt? Welche Probleme möchtest du für deine Kunden lösen?

Tipp: Eine Möglichkeit für den ersten guten Eindruck sind positive Kundenbewertungen bei Google und Co.

Der erste Eindruck zählt! Mach ihn zu einem guten Moment!

2. Fall (positiv) auf und bleib in (positiver) Erinnerung

Die Chance, sich in der Bachelor-Sendung bis auf die Knochen zu blamieren und lächerlich zu machen, sind unermesslich groß.

Glücklicherweise verzeiht in diesem Fall das Kurzzeitgedächtnis der Zuschauer diese Fehltritte. Denn ist die Kandidatin erst rausgeflogen, ist sie raus aus dem Gedächtnis der Zuschauer.

Und genauso ist das im Marketing.

Wenn du unangenehm auffällst, bist du raus. Die Leute vergessen dich einfach und kommen auch nicht zu dir zurück.

Wenn du permanent negativ auffällst, dann bleibst du in (negativer) Erinnerung der Menschen.

Mir geht das zum Beispiel mit Media Markt und Saturn so. Ich finde die Werbung nervig und penetrant. Bei mir verfehlen sie ihre Wirkung.

Das Ding ist aber: Es funktioniert trotzdem.
Bei einer anderen Zielgruppe.
Dort bleiben die Slogans „Geiz ist geil“ und „Ich bin doch nicht blöd“, präsentiert von Charakteren wie Oliver Pocher und Boris Becker, positiv hängen und generieren unsagbar viel Aufmerksamkeit.

Und darum geht’s: Der Bachelor ist für die Kandidatinnen das, was die Zielgruppe für Media Markt und Saturn ist.

Hast du erst mal das Objekt der Begierde erfasst und richtig lokalisiert (Bachelor bzw. Zielgruppe), dann musst du genau das Verhalten und genau die Worte auspacken, die zielsicher treffen.

Denn dann klappt’s auch mit der Rose.

Fängst du aber an zu heulen und den anderen Kandidatinnen an den Haaren zu ziehen, gehst du womöglich leer aus.
(Aber vielleicht hast du Glück und der Bachelor steht exakt auf so was – bei Media Markt hat es funktioniert! 😉 )

Biete etwas Neues, biete etwas Besonderes.
Biete etwas, was es nirgends gibt.

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3. Sei authentisch

Ich habe ursprünglich den letzten Absatz mit „Sei authentisch!“ beendet und dann entschieden, diesem Punkt einen eigenen Absatz zu widmen.

Denn:
Zuschauer (und der Bachelor) lieben authentische Personen. Egal, wie schräg du bist, egal wie verrückt du bist, egal welche Macken du hast.

Wenn du die Maske weglässt und authentisch bist, dann werden die Zuschauer dich lieben.

Sag klipp und klar, wer du bist. Sag, was du vorhast. Kommuniziere deine wahren Werte.

Für dein Marketing gilt das ebenfalls: Menschen lieben Macken und Fehler. Das macht dich menschlich, das schafft eine persönliche Nähe. Damit kann sich deine Zielgruppe identifizieren.

Es bringt dir nichts, falsche Werte hinter einer Maske zu vermitteln. Es wirkt aufgesetzt und du läufst Gefahr, aufzufliegen. Und dann hast du es dir mit den Sympathien verspielt.

Um es mit bekannten Worten zu sagen: Deine Zielgruppe ist doch nicht blöd! Die merken das sofort, wenn du nicht authentisch bist.

Brich niemals das Gesetz der Aufrichtigkeit deinen Kunden gegenüber

Übrigens: Der Bachelor würde das ebenfalls merken! (Auch wenn die Dialoge des Bachelors eher aus der Feder eines Dramaturgen kommen und die Entscheidungen unrealistisch erscheinen.)

4. Kenne deinen Wert

Ich sehe den Bachelor nicht regelmäßig. Aber ich gehe jede Wette ein: Es gewinnen immer die Selbstbewussten.
Nie aber die Mäuschen, die den Mund nicht aufmachen und hinter den Extrovertierten verschwinden.
Das ist die „Natur“ solch einer Serie. Sie lebt von denen, die ihren eigenen Wert kennen. Und die den Mut haben, diesen Wert zu zeigen.

Du brauchst dafür nicht zwei Monate Sendezeit. Und du musst auch nicht die letzte Rose erhalten, um zu erkennen, dass du deinen Wert kennen und kommunizieren darfst – vor allem, wenn du in der Masse der Google-Suchergebnisse nicht untergehen willst.

5. Nutze die Macht deiner Fangemeinde

Die Kandidatinnen vom Bachelor machen es vor: Sie nutzen Social Media und profitieren von den Stimmen und den Shares ihrer Fans. Und die der Hasser (– und die lassen sich nicht vermeiden, ist die Fangemeinde erst einmal groß genug).

Dasselbe gilt für dein Unternehmen: Indem du Social-Media-Kanäle nutzt und im Gespräch bei deinen Anhängern bleibst, trägt dich das weiter.

Nutze:

  • Hashtags
  • Kommentar- und Antwortfunktionen – Kümmere dich um deine Fangemeinde
  • Umfragen
  • Mut-mach-Aktionen
  • Geschenk-Aktionen
  • Background-Informationen
  • Sei unterhaltsam, hilfreich oder ein Problemlöser

Wenn du deinen Anhängern gefällst, bleibst du im Gedächtnis.

Ein negatives und aktuelles Beispiel kommt von der Parfümerie-Kette Douglas (Stand: Dezember 2020):

Sie entschieden sich, sich selbst als Drogerie zu deklarieren, um während des 2. Lockdowns (Dezember 2020) ihre Filialen öffnen zu können.
In Folge des enormen Shitstorms auf sämtlichen Social-Media-Kanälen entschloss sich Douglas kurzerhand, die Filialen doch noch zu schließen (und zwar nur ein oder zwei Tage nach dem Lockdown).
Das zeigt deutlich, wie groß die Macht der Zielgruppe in den sozialen Netzwerken ist.
Und es zeigt, wie groß der Image-Schaden ist, wenn die „Hass-Gemeinde“ größer wird als die Fangemeinde.

Lass deine Kunden wissen, dass du für sie da bist

6. Erfinde deine Marke neu

Meine Augen wurden groß, als ich erfuhr, dass es nicht nur den Bachelor gibt, sondern auch eine Bachelorette.

Wie bitte?
Es gibt ein weibliches Pendant dazu?

Aber warum wundere ich mich?

Die Konsequenz ist logisch: Wenn etwas gut funktioniert, dann schlachte es aus. Hol jeden Cent aus deiner Marke, aus deiner Idee raus. Du verdienst das.

Im Falle des Bachelors hat das so gut funktioniert, dass die Macher einfach eine weitere Sendung ins Leben gerufen haben.
Gleiches Prinzip, eine klitzekleine Variation und schwups, lassen sich die Einnahmen mit viel Glück verdoppeln.
Clever.

Das heißt für uns Unternehmer: Du hast eine tolle Idee? Super! Halte die Dynamik aufrecht.
Kreiere kleine „Spin-offs“, bringe Produktvariationen auf den Markt.

Tipp: Hier können Kundenkommentare hilfreich sein. Dort findest du Nachfragen des Produkts in einer abgewandelten Form. Schau dir die Anmerkungen gut an und überlege, wie du sie umsetzen kannst.

7. Sorge für ein bisschen Spannung

Ohhh, wann geht es weiter? Und vor allem: Wie geht es weiter?
Wer heult als Nächstes? Wann gibt’s die nächste Intrige? Wer lügt, dass sich die Balken biegen, um sich den Bachelor (unberechtigterweise!) unter den Nagel zu reißen?

Oft gibt’s am Ende einer Sendung ein kleines Schmankerl und einen Einblick in die nächste Episode.
Das sorgt nicht nur für Unterhaltung, sondern auch für Spannung und Vorfreude.

Das können wir auch für unsere Inhalte umsetzen: Sorge für ein bisschen Spannung und Vorfreude.
Kündige deine nächsten Produkte und Aktionen ruhig an.
Super dafür geeignet sind die Social-Media-Kanäle.

Spannung ist Kaugummi fürs Gehirn

8. Denk bloß nicht zu viel nach

Der Bachelor ist eine Sendung, in der man den Kopf besser abschält und sich berieseln lässt. (Und das Ganze bitte nicht zu ernst nimmt!)

Wenn du Inhalte für dein Unternehmen erstellst, dann beachte, dass verschiedene Menschen deine Inhalte lesen:

Viele scrollen und überfliegen lieber. Manche fangen direkt zu lesen an. Aber die meisten können sich am Bildschirm nicht länger als 7 Minuten konzentrieren.

Bereite deine Inhalte so auf, dass sie leicht zu konsumieren sind:

  • Schaffe viel Weißraum
  • Entscheide dich für eine leicht lesbare Schriftart und eine große Schriftgröße (16 – 22 px)
  • Viele Absätze und Unterbrechungen in Form von Aufzählungen und Listen steigern die Lust aufs Lesen
  • Gliedere deine Inhalte mit Überschriften
  • Schaffe Entspannungspunkte mit Bildern

Und am Ende der Rat: Denk bloß nicht zu viel nach und hör auf dein Bauchgefühl. Ein Rat, den der Bachelor (mutmaßlich) befolgen würde, wären seine Entscheidungen nicht gescriptet.

Übrigens: Wenn du wissen möchtest, warum du auch als Unternehmer auf dein Bauchgefühl hören darfst, lege ich dir meinen Beitrag „Liebst du deine Kunden?“ ans Herz.

Das Bauchgefühl ist der beste Verkäufer

Fazit: Sogar oder gerade aus Trash-TV lassen sich interessante Schlüsse ziehen

Es gibt Dinge, die einfach funktionieren (z. B. Authentizität, Intuition oder die Macht der Masse) – egal, ob beim Bachelor, in zwischenmenschlichen Beziehungen oder beim Marketing.

Sie zu kennen ist der erste Schritt.
Sie dir zu Nutzen machen, der Zweite.


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In eigener Sache:

Diesen Artikel veröffentliche ich am 24.12.2020 – einem ereignisreichen Corona-Jahr und an einem Heiligabend im Lockdown.

Ich wünsche dir von Herzen ein friedvolles Weihnachtsfest und hoffe, dass du gesund bleibst.

Und womöglich gehörst du zu denen, die sich auf den Bachelor im Frühjahr freuen.
Ich bin gespannt, ob du weitere Schlüsse für dein Marketing daraus ziehen kannst. Wenn dem so ist, dann lass es mich wissen. 😉

Autorenprofil

Nadine Schadt
Ich bin Nadine Schadt, Werbetexterin (BPWD/TC) und freie Texterin für E-Books und Online-Beiträge.

Ich helfe dir, dein Know-how online abzubilden.

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